Albert
Schweitzer
Sein
Leben im Überblick
|
|
Am 14. Januar 1875 wurde Albert
Schweitzer als Sohn eines
Pastors in dem idyllischen Städtchen Kaysersberg im
Elsaß geboren. Er wuchs im benachbarten Günsbach auf und
studierte in Straßburg, Paris und Berlin Theologie und
Philosophie. Mit großer Arbeitsenergie bildete er sich zugleich
im Orgelspiel aus.
Mit dreißig Jahre nahm er sich
vor, Medizin zu studieren und als Arzt nach Äquatorialafrika zu
gehen. Zur Seite stand ihm seine künftige Frau Helene
Breßlau, die Tochter des Straßburger Geschichtsprofessors
Harry Breßlau, die selbst einen starken sozialen und karitativen
Impuls spürte. Materielle Hilfe leisteten Schweitzers Freunde.
Im Frühjahr 1913 begann der
Theologe und Arzt mit dem deutschen Paß - das Elsaß
gehörte damals dem Deutschen Reich an - in der französischen
Kolonie Gabun
sein Hilfswerk für die an zahllosen Krankheiten leidenen
Schwarzen. Er war durchaus überzeugt von der Überlegenheit
der europäischen Kultur und der Notwendigkeit einer in Afrika
unüblichen Disziplin. So war er in den folgenden Jahren immer
zugleich Arzt und Organisator, Baumeister, Schriftsteller und
seelischer Helfer. In Afrika entwickelte er seine grundlegende Lehre
von der Ehrfurcht vor dem Leben, die er in vielen Schriften darlegte
und alltäglich bis ins kleinste praktizierte.
Krisen blieben nicht aus - die erste war
der Weltkrieg 1914/18, der Schweitzer Internierung, Schulden und
Krankheit brachte und die Zukunft seines Werks in Lambarene radikal in
Frage stellte. Erst 1924 konnte er zurückkehren, mit dem Ertrag
vieler Vorträge und Konzerte, um das Spital im Urwald neu
aufzubauen.
Sein Ansehen wuchs nun international,
und auf seinen Europareisen konnte er Spenden für Lambarene
sammeln, wo er auch während des Zweiten Weltkriegs arbeitete. Er
war eine unbestrittene humanitäre Autorität, ein guter Mensch
mit einem in seiner Ära einzigartigen Vorbildcharakter. 1953 wurde
er mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet.
Das Erstaunliche geschah bald darauf:
Schweitzer wurde zum aktiven Pazifisten, zu einem Wortführer der
Friedens- und Anti-Atomkreis-Bewegung.
Albert Schweitzer starb
am 5. September 1965 in Lambarene.
|