Gabun

In diesem afrikanischen Staat gründete
Albert Schweitzer sein berühmtes Urwald-Hospital.

 

Gabun ist einer der kleinsten und zugleich einer der reichsten Staaten Afrikas. Diesen Reichtum verdankt das Land seinen Bodenschätze wie Erdöl, Eisenerz und Mangan. Auch mit Edelhölzern erzielt das Land gute Exporterlöse.

Gabun liegt beiderseits des Äquators an der Westküste Afrikas, d. h. am Atlantik. Nachbarländer sind Äquatorialguinea und Kamerun im Norden sowie der Kongo im Osten und Süden.

Alles über Gabun :

Staatsname:                    Gabunische Republik 
Staatsform:                      Präsidiale Republik 
Amtssprache:                  Französisch (seit 1839) 
Hauptstadt:                      Libreville 
Einwohner:                      1,36 Millionen
Zeitzone:                          MEZ 
Bevölkerungsdichte:       4,5 Einw./ km² 
Bevölkerungszunahme:  2,7 % im Jahr 


Großstädte:    Libreville (350 000 Einwohner ),
                         Port-Gentil (124 000)
Fläche:            267 667 km² (etwas größer als die 
                         Bundesrepublik Deutschland)
Religion:          Katholiken 64 % (der Einwohner )
                         Protestanten 18 %  (der Einwohner)
                         Naturreligionen 15 % (der Einwohner) 
Ausdehnung:   Nord-Süd 700 km, West-Ost 650km
Küstenlänge:   800 km 
Höchster Berg   Mont Iboundji 1575 m
Längster Fluß:   Ogoouè, gabun. Anteil 1050 km
                            (Gesamtlänge 1200 km)

Naturraum  

Die Küste ist nördlich des Ogoouè-Deltas durch Buchten und trichterförmige Flußmündungen gegliedert, im Südteil als Ausgleichsküste mit Nehrungen und Lagunen ausgebildet. Dahinter erstreckt sich das im Gebiet des Unteren Ogoouè bis zu 200 km breite, flachwellige Küstentiefland, das landeinwärts terrassenartig zur Mittelgebirgslandschaft der Niederguineaschwelle ansteigt; diese erreicht im zentralen Massif du Chaillu 1575 m (Mont Iboundji). In die Schwellenregion und die im Osten und Nordosten anschließenden Hochplateaus haben sich der Ogoouè und seine zahlreichen Zuflüsse tief eingeschnitten. Stromschnellen und Wasserfälle schränken die verkehrsmäßige Bedeutung des dichten Gewässernetzes ein.

Geschichte  

 Die von Bantu-Völkern bewohnte Küste Gabuns wurde 1472 von portugiesischen Seefahrern entdeckt, die den Ort ihrer ersten Landung, eine Flußmündung, >> Gabào<< (Kapuzenmantel) nannten. Der Name wurde später auf das ganze Land übertragen.

Rasch entwickelten sich erste Handelsbeziehungen: Zur Verpflegung der Schiffsbesatzung tauschten die Seefahrer Metallgegenstände, Stoffe, Gewehre und Schießpulver gegen Lebensmittel. Bald wurde der Handel auf Elfenbein und Edelhölzer ausgedehnt.

Den Portugiesen folgten französische, britische und niederländische Kaufleute, die entlang der schiffbaren Flüsse ein Netz von Niederlassungen errichteten.Vom 16. Jh. entwickelte sich der Sklavenhandel, den Großbritannien und Frankreich zwar zwischen 1830 und 1840 zu beenden versuchten, der aber bis 1880 nicht unterbunden wurde.

In den Jahren 1839 und 1841 erwarb Frankreich durch Verträge mit den Bantu-Königen Denis und Louis Gebiete an der Trichtermündung des Gabon: Am nördlichen Ufer errichtete die französische Marine 1843 den Stützpunkt Fort Aumale, in dessen Umkreis Niederlassungen für befreite Sklaven gegründet wurden. Die Siedlungen erhielt deshalb 1849 den Namen Libreville "freie Stadt"; von hier aus erfolgte die weitere Kolonisierung Äquatorialafrikas. Von Mitte der 50er Jahre an wurden Teile des Landesinnern erschlossen. 1886 erhielt Gabun den Status einer französischen Kolonie; 1910 wurde es Teil von Französisch-Äquatorialafrika.

Die wirtschaftliche Erschließung überließ die Kolonialmacht privaten Handelsgesellschaften, denen auch Hoheitsbefugnisse übertragen wurden. Die Ausbeutungspraktiken dieser Gesellschaften führten in der Folge immer wieder zu Aufständen der einheimischen Völker; die letzte Erhebung wurde 1929 niedergeschlagen.

1913 hatte der aus dem Elsaß stammende Theologe, Arzt und Musiker Albert Schweitzer in Lambarènè ein Urwaldhospital vornehmlich zur Bekämpfung von Lepra und Schlafkrankheit gegründet.