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Naturraum
Die Küste ist nördlich
des Ogoouè-Deltas durch Buchten und trichterförmige
Flußmündungen gegliedert, im Südteil als
Ausgleichsküste mit Nehrungen
und Lagunen ausgebildet. Dahinter erstreckt sich das im Gebiet des
Unteren Ogoouè bis zu 200 km breite, flachwellige
Küstentiefland, das landeinwärts terrassenartig zur
Mittelgebirgslandschaft der
Niederguineaschwelle ansteigt; diese erreicht im zentralen Massif du
Chaillu 1575 m (Mont Iboundji). In die Schwellenregion und die im Osten
und Nordosten anschließenden Hochplateaus haben sich der
Ogoouè
und seine zahlreichen Zuflüsse tief eingeschnitten. Stromschnellen
und Wasserfälle schränken die verkehrsmäßige
Bedeutung
des dichten Gewässernetzes ein.
Geschichte
Die von Bantu-Völkern
bewohnte Küste Gabuns wurde 1472 von portugiesischen Seefahrern
entdeckt, die den Ort ihrer ersten Landung, eine Flußmündung,
>> Gabào<<
(Kapuzenmantel) nannten. Der Name wurde später auf das ganze
Land übertragen.
Rasch entwickelten sich erste
Handelsbeziehungen: Zur Verpflegung der Schiffsbesatzung tauschten die
Seefahrer Metallgegenstände, Stoffe, Gewehre und
Schießpulver gegen Lebensmittel. Bald wurde der Handel auf
Elfenbein und Edelhölzer ausgedehnt.
Den Portugiesen folgten
französische, britische und niederländische Kaufleute, die
entlang der schiffbaren Flüsse ein Netz von Niederlassungen
errichteten.Vom 16. Jh. entwickelte sich
der Sklavenhandel, den Großbritannien und Frankreich zwar
zwischen 1830 und 1840 zu beenden versuchten,
der aber bis 1880 nicht unterbunden wurde.
In den Jahren 1839 und 1841 erwarb
Frankreich durch Verträge mit den Bantu-Königen Denis und
Louis Gebiete an der Trichtermündung des Gabon: Am nördlichen
Ufer errichtete die französische Marine 1843 den Stützpunkt
Fort Aumale, in dessen Umkreis Niederlassungen für befreite
Sklaven
gegründet wurden. Die Siedlungen erhielt deshalb 1849 den Namen
Libreville "freie Stadt"; von hier aus erfolgte die weitere
Kolonisierung
Äquatorialafrikas. Von Mitte der 50er Jahre an wurden Teile des
Landesinnern erschlossen. 1886 erhielt Gabun den Status einer
französischen
Kolonie; 1910 wurde es Teil von Französisch-Äquatorialafrika.
Die wirtschaftliche
Erschließung überließ die Kolonialmacht privaten
Handelsgesellschaften, denen auch Hoheitsbefugnisse übertragen
wurden. Die Ausbeutungspraktiken dieser Gesellschaften führten in
der Folge immer wieder zu Aufständen der einheimischen
Völker; die letzte Erhebung wurde 1929 niedergeschlagen.
1913 hatte der aus dem Elsaß
stammende Theologe, Arzt und Musiker Albert Schweitzer in
Lambarènè ein Urwaldhospital vornehmlich zur
Bekämpfung von Lepra und Schlafkrankheit gegründet.
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