Die
Albert-Schweitzer-Schule

wird größer





Nach einem gemeinsamen Beschluss des Schulverwaltungsamtes und des Schulamtes wurden die Albert-Schweitzer-Schule und die Wefelshohler Schule im Sommer 2007 zusammengelegt.





Dazu schrieb die Presse:

Zwei Schulen nicht mehr lebensfähig

Albert-Schweitzer-Hauptschule und Wefelshohl bald unter einer Leitung
 

Kontinuierlich rückläufige Anmeldezahlen, bedingt auch durch den demographischen Wandel und ein Schulgesetz, das keine Ausnahme von der Zweizügigkeit zulässt, um eine angemessene Förderung zu garantieren, machen den Schritt unumgänglich: Die Hauptschule Wefelshohl an der Gustavstraße wird nach den Sommerferien in der Albert-Schweitzer- Hauptschule aufgehen. "Rechtlich gesehen schließen wir die Wefelshohler Schule", verdeutlichte der Schuldezernent Dr. Wolfgang Schröder die Tragweite dieser Entscheidung. Faktisch gesehen bleiben die beiden Standorte erhalten, werden aber organisatorisch aufgeteilt, wie Schulrätin Bunselmeier-Lohr erklärte: "Dabei gibt es keine Gewinner oder Verlierer, weder unter den Schülerinnen und Schülern noch unter den Pädagogen. Die Personalressourcen sollen optimal eingesetzt werden. Aber nur mit der Zusammenlegung ist eine Profilschärfung möglich."

Die aktuellen Anmeldezahlen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht: 18 Schülerinnen und Schüler wurden zuletzt an der Wefelshohler Schule angemeldet, 24 an der Albert-Schweitzer-Hauptschule. Das bedeutet knapp eine Klasse für jede Schule. "So sind beide Schulen nicht mehr lebensfähig", sagte Dr. Schröder.

Das führt zu folgender Aufteilung: Die Klassen 5 und 6 werden in der Hauptschule an der Gustavstraße, die 7 und 8 an der Kaiserallee unterrichtet. Die Jahrgänge 9 und 10 bleiben an ihren jeweiligen Standorten. Es werden keine Klassen neu geschnitten. Die Klassenlehrer bleiben. Das sei den Eltern bei den Schulpflegschaftssitzungen wichtiger gewesen als der Standort, betonte Schröder und unterstrich, dass die Umstrukturierung keine Kritik an der Leistungsfähigkeit der Schulen sei.

Norbert Lienesch, Leiter der Albert-Schweitzer-Hauptschule, wird Rektor des neuen Verbundes. Sein 63-jähriger Kollege Heinz-Otto Verfoort vom Wefelshohl muss diese Position angesichts der Fusion räumen.

Der Schulausschuss-Vorsitzende Jens Voß erklärte, die Parteien seien informiert worden und hätten zugestimmt. Jetzt müssen Schulkonferenz und Schulaufsicht  in Arnsberg noch grünes Licht geben.

Im Jahr 2010 wird der Hauptschul-Standort Wefelshohl unter Umständen ganz geschlossen. Laut Hochrechnung werden sich die Klassen bis dahin um 30 Prozent reduzieren. Dann reicht ein Schulgebäude.

Lüdenscheider Nachrichten vom 29. März 2007








Und hier der Kommentar von Martin Messy:

Abschied
in Etappen
Es wäre auch ein Wunder gewesen, wenn die Probleme, die die Hauptschulen flächendeckend haben, nicht auch in Lüdenscheid angekommen wären. Das Image der "Restschule" klebt an ihnen und lässt sich durch noch so gute Arbeit nicht abschütteln. Und dann sprechen die kontinuierlich abnehmenden Schülerzahlen noch eine deutliche Sprache. Erste Opfer dieser Entwicklung sind die Albert-Schweitzer- und die Wefelshohler Hauptschule. Gerade einmal knapp eine Eingangsklasse kam zuletzt zustande. Die demographische Entwicklung wird zudem dafür sorgen, dass die Schülerzahlen bis 2010 weiterhin erheblich zurückgehen werden. Da macht es keinen  Sinn, an zwei städtischen Vormittags-Hauptschulen festzuhalten. Deshalb ist der Abschied in Etappen, den die Schulaufsichtsbehörde und das Lüdenscheider Schulamt mit der Fusion eingeleitet haben, der einzig mögliche und richtige Weg. Dass er so schnell beschritten wird, macht ebenfalls Sinn. Denn nichts verunsichert Eltern, Schüler und Lehrer mehr als überflüssige Hängepartien. Sie alle wissen jetzt, wie es an der Gustavstraße und der Kaiserallee nach den Sommerferien weitergeht. Ob das auch grundsätzlich für die Hauptschule als solche gilt, darf bezweifelt werden. Das dreigliedrige Schulsystem gerät immer häufiger in die Kritik. Studien geben ihm keine große Zukunft mehr. Unter diesem Aspekt zeugt die Fusion in Lüdenscheid von ersten Erosionserscheinungen. Um so mehr werden sich die Hauptschulen - auch die Ganztagshauptschule am Stadtpark und die Freie Christliche Hauptschule - darum bemühen, ihr Profil noch mehr als eh schon zu schärfen. Sollte das Schulsystem schließlich dann doch ganz neu aufgestellt werden, können sie wenigstens von sich behaupten, ihr Bestes gegeben zu haben.

Lüdenscheider Nachrichten vom 29. März 2007

 










Juni 2007

Grußwort des Schulleiters zum Schuljahreswechsel

Liebe Mitglieder der Schulgemeinde,

 
mit Beginn des Schuljahres 2007/2008 wird in Lüdenscheid die Hauptschule Wefelshohl aufgelöst. Schülerschaft und Kollegium werden in die Albert-Schweitzer Schule aufgenommen.

 Diese in wenigen Worten beschriebene Veränderung ist für die betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer nicht leicht zu bewältigen: Von außen betrachtet mag es keine große Sache sein,   zwei kleiner werdende Schulen zu einer größeren zusammen zufassen, um ein vollständiges Unterrichtsangebot aufrecht zu erhalten. Von innen betrachtet – also aus der Sicht der Beteiligten – ist von einem Tag auf den anderen nichts mehr, wie es war. Alle müssen in dem vergrößerten System erst einmal die neu hinzugekommen Personen wirklich kennen lernen. Das gilt für die Mitglieder der „übrig gebliebenen“ Schule genau so wie für diejenigen, deren Schule aufgelöst wurde. Ob Eltern, Schüler oder Lehrer: wir müssen in der veränderten  Umgebung erst wieder unseren Platz finden, von dem aus wir das Geschehen mitgestalten können.

Um den Prozess des Zusammenwachsens zu fördern und ihm auch von Anfang an eine erkennbare Richtung zu geben, hat das neue, erweiterte Kollegium bereits eine ganztägige Fortbildungsveranstaltung absolviert, in deren Verlauf  wir uns auf gemeinsame Ziele („Leitziele“) für die kommenden drei Jahre geeinigt haben. Hinzukommen soll noch ein „zündender“ Slogan, der zu unserer neuen Schule und den Leitsätzen passt. Es hat schon einige gute Vorschläge dazu gegeben. Damit wir die anvisierten Ziele nicht aus den Augen verlieren, haben wir eine Steuergruppe gebildet, die darauf achten soll, dass wir den „Kurs halten“ und Vorschläge zur Umsetzung der Leitziele machen wird. In dieser Gruppe sind selbstverständlich Lehrkräfte aus beiden bisherigen Schulen vertreten.

 Damit sind die organisatorischen Voraussetzungen für die Entstehung eines neuen „Wir-Gefühls“ gegeben. Trotzdem wird dieser Prozess des Zusammenwachsens sicherlich nicht von heute auf morgen erledigt sein. Er wird sich aber stetig entwickeln, wenn für alle Beteiligten im Umgang miteinander Respekt, Wertschätzung, Bereitschaft zur   Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit prägend sind und erlebbar werden. Diese Grundeinstellungen sind meiner Meinung nach für das Gelingen bzw. Funktionieren von Schule mindestens ebenso wichtig wie die fachliche Qualifikation der Lehrkräfte, der individuelle Fleiß der Schüler oder die konkrete Mitarbeit der Eltern.

 Ich möchte alle Beteiligten bitten oder sogar auffordern, die Chance, die in  dem Neuanfang liegt, zu sehen und positiv zu nutzen. Mit der Vergrößerung der Mannschaft ist uns auch eine größere Vielfalt an Möglichkeiten und Fähigkeiten gegeben. Es wird jetzt darauf ankommen,   dieses Potential auch zu entfalten, indem wir uns gegenseitig ermutigen und unterstützen.

 Wenn uns das gelingt, werden wir auch Eltern und Schüler „mitnehmen“ können, nach dem Motto: „Werte wollen nicht als Worte gehört, sondern als Beispiele erlebt werden.“ 

Wenn wir es schaffen, die oben genannten Einstellungen und Haltungen im Zuge des Neubeginns mit Leben zu füllen, und als Elemente unserer Schulkultur zu pflegen, dann bin ich zuversichtlich, dass unsere „neue“ Schule ein Ort sein wird, an dem alle Beteiligten gerne leben und arbeiten.

Ihnen und Euch allen wünsche ich schöne, erholsame Ferien und einen guten Start in das neue Schuljahr.






Das erste gemeinsame Foto
des neuen Kollegiums